Institut für Alte Musik und Aufführungspraxis

Schnittstelle zwischen Forschung, Lehre und Podium der historisch informierten Aufführungspraxis

„Das Wissen kann dem Musiker nur dann helfen, wenn es auf musikalische Weise gebraucht wird; aber gleichzeitig kann es nur dann musikalisch gebraucht werden, wenn er es in ausreichendem Maße besitzt.“ (Vera Schwarz)

Gegründet 1967 von Vera Schwarz (1929–1980), arbeiten hier seit über 50 Jahren spielende und singende Wissenschaftler gemeinsam mit forschenden Musikpädagogen. Studierende werden in einem kollegialen Ambiente nicht nur in der Lehre betreut, sondern stetig in die Aktivitäten des Institutes einbezogen. So wird ein kontinuierliches Fortschreiten im Bereich der historisch informierten Aufführungspraxis verfolgt.

Ausbildung und Lehre

Das Ineinanderwirken von Theorie und Praxis spiegelt sich in den Studienplänen wider, die eine spezialisierte und in die Zukunft gerichtete Ausbildung in den Zentralen künstlerischen Fächern Blockflöte, Cembalo und Generalbass, historische Oboeninstrumente und historische Violininstrumente bieten.

Die Studierenden haben die Möglichkeit, aus einem weitreichenden Angebot an Wahlfächern ihr Studium individuell zu gestalten, um eine Basis für ihre weitere künstlerische Entwicklung und Forschungstätigkeit aufzubauen.
Viele der angebotenen Lehrveranstaltungen haben einen immanenten künstlerisch-wissenschaftlichen Forschungscharakter, allen voran die Pflichtfächer Theorie Alte Musik und die von den Lehrenden der Zentralen künstlerischen Fächer unterrichteten hauptfachrelevanten Ergänzungsfächer. Die von den wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen betreuten Lehrveranstaltungen verstehen sich als forschungsgeleitete Lehre innerhalb des Instituts für Alte Musik und Historische Aufführungspraxis.

Eine wichtige Säule des Instituts ist der stark ausgebaute Variantfachbereich, der einen ausgezeichneten Pool an internationalen Künstler*innen als Lehrende mit dem Institut verbindet. Studierenden (sowohl des Instituts Alte Musik und Aufführungspraxis als auch anderer Institute der KUG) wird ermöglicht, sich auf höchstem Niveau mit dem Spiel auf allen maßgeblichen historischen Instrumenten und mit der damit verbundenen Spielpraxis zu beschäftigen.

Projekte/Veranstaltungen/Symposien

Die Zusammenarbeit der Hauptfachlehrenden in zahlreichen fächerübergreifenden Projekten ermöglicht die Mitwirkung von Studierenden bei jährlichen Opern- und Orchesterproduktionen, Studientagen, internationalen Kooperationsprojekten, Gastkursen sowie bei den beliebten monatlichen Lunchkonzerten. Dabei stehen eine Vielzahl an aufführungspraktischen und künstlerischen Ansätzen sowie Konzepte der Musikvermittlung, zum Beispiel Gesprächskonzerte, im Zentrum.

Verschiedenste Kooperationsprojekte mit den anderen Instituten der künstlerisch wie wissenschaftlich breit aufgestellten KUG bieten Vernetzungsmöglichkeiten in Bereichen wie der Zeitgenössischen Musik, Komposition, Jazz, Musikpädagogik, Musikästhetik, Schauspiel etc.

Darüber hinaus werden vom Institut wissenschaftliche Symposien veranstaltet, deren Ergebnisse in einer eigenen Reihe von Publikationen veröffentlicht werden.

Gemeinsam wird das elementare Gebiet der Instrumentenforschung stetig weiterverfolgt, was sich an den konsequenten Neuanschaffungen im hauseigenen Instrumentarium zeigt.

Neben dem Kernrepertoire des 17. und 18. Jahrhunderts bilden die Musik der Renaissance und der Klassik/Frühromantik (mit besonderem Augenmerk auf die Harmoniemusik) wichtige Schwerpunkte.

Sommerakademie

Jährlich findet im Spätsommer im Stift Vorau (Steiermark) die Internationale Sommerakademie für Alte Musik statt, bei der die Lehrenden des Instituts durch führende Spezialist*innen wie Emma Kirkby (Gesang) und Annabelle Blanc (historischer Tanz) verstärkt im Einzel- und Kammermusikunterricht sowie in Vorträgen, Lecture recitals und Konzerten interessierten Musiker*innen die Faszination historischen Musizierens näherbringen.